Rainbow Map 2026: Schweiz auf Platz 20 von 49

Auch in diesem Jahr hat die ILGA-Europe rechtzeitig zum IDAHOBIT, dem internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit, ihre aktuelle Rainbow Map veröffentlicht – und die Schweiz stagniert!

Der IDAHOBIT findet jährlich am 17. Mai statt und erinnert daran, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an diesem Tag im Jahr 1990 Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten strich. Und die Rainbow Map erscheint seit 2009 jährlich und bewertet 49 europäische Länder anhand der jeweiligen rechtlichen und politischen Situation von 0 bis 100 Prozent – nicht aber die gelebte Realität. So sind etwa in Spanien Übergriffe auf queere Personen in nur zwei Jahren von 7 auf 22 Prozent gestiegen.

An der Spitze der Rangliste steht neu Spanien mit 89 Prozent, gefolgt vom bisherigen Spitzenreiter Malta mit 88 Prozent und Island mit 86 Prozent. Und am anderen Ende der Skala stehen die Türkei mit 5 Prozent, Aserbaidschan und Russland mit jeweils 2 Prozent.

Und die Schweiz?

Unser Land stagniert mit 50 Prozent auf Platz 20. Im Vergleich zum letzten Jahr verloren wir zwei Plätze, weil Montenegro (53 Prozent) und Kroatien (51 Prozent) unser Land überholt hat und wir seit 2023 keine relevanten Fortschritte gemacht haben. Der Durchschnitt der EU-Länder liegt bei 52 Prozent, da sind wir also mit unseren 50 Prozent darunter. Ob es ein Trostpflaster ist, wenn wir wenigstens beim gesamteuropäischen Durchschnitt (43 Prozent) darüber liegen?

Spannend der Blick auf den jeweiligen Durchschnitt unserer Nachbarländer:

  • Deutschland: 70 Prozent
  • Österreich: 55 Prozent
  • Liechtenstein: 31 Prozent
  • Italien: 24 Prozent
  • Frankreich: 60 Prozent

Katrin Hugendubel, stellvertretende Direktorin von ILGA-Europe, kommentiert die neusten Zahlen: «Die Rainbow Map 2026 erzählt zwei Geschichten gleichzeitig: Eine von echtem Mut in Gerichtssälen und bei Regierungen, die sich entschieden haben, zu ihren Communities zu stehen. Und eine von wachsender Gefahr, die nicht unterschätzt werden darf. Die Frage, die sich jede europäische Regierung stellen muss, ist: Welche Geschichte will sie mitschreiben?»

Facts

  • Sieben europäische Länder haben keinen rechtlichen Schutz vor Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck sowie Geschlechtsmerkmale.
  • Konversionspraktiken sind nur in zehn Ländern verboten.
  • Hassverbrechen und Hassrede aufgrund sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechtsmerkmale sind in Belgien, Dänemark, Griechenland, Island, Malta sowie einigen Regionen Spaniens und Grossbritanniens verboten.
  • Ehegleichstellung ist in 22 Ländern möglich.
  • 18 Länder haben keinen rechtlichen Schutz für gleichgeschlechtliche Paare.
  • Nur Deutschland, Griechenland, Island, Malta, Portugal und Spanien verbieten unnötige chirurgische oder medizinische Eingriffe bei intergeschlechtlichen Kindern.
  • 12 Länder haben immer noch kein rechtliches oder administratives Verfahren zur rechtlichen Geschlechtsanerkennung.
  • Bulgarien, Georgien, Ungarn, Russland, die Slowakei und das Vereinigte Königreich haben explizite Verbote oder andere rechtliche Beschränkungen, die eine rechtliche Geschlechtsanerkennung praktisch unmöglich machen.
  • Nur in zwölf Ländern können trans* Personen aufgrund von Selbstbestimmung eine gesetzliche Geschlechtsanerkennung erhalten.
  • Die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit für queeren Gemeinschaften ist in mindestens 13 Ländern eingeschränkt oder wird angegriffen.
  • Die sexuelle Orientierung ist ein Qualifikationskriterium für die Asylbeantragung in 34 Ländern. Geschlechtsidentität ist ein Qualifikationskriterium für die Asylbeantragung in 28 Ländern. Intergeschlechtliche Asylsuchende sind gesetzlich nur in sieben Ländern geschützt.

→ die vollständige Rainbow Map 2026